Theo Schoenaker „Wenn du das Gute im Leben erkennen willst, dann entscheide dich, es erkennen zu wollen.“ Th. Schoenaker: Mut tut gut S. 187

Vitae

Theo Schoenaker, geb. 1932 in Doetinchem, Holland, ist Begründer individualpsychologischer Methoden zur Therapie sozialer Störungen sowie Trainingsmethoden zur Förderung und Schulung der Fähigkeit zur Selbst- und Fremdermutigung.

Nach einem Musikstudium (Klavier und Oboe) und einer Ausbildung als Bankkaufmann und Großhandelskaufmann arbeitete er einige Jahre als Fremdsprachenkorrespondent in einer Exportfirma für die Märkte Vietnam, Cambodga, Thailand und die Philippinen.
Nach einer Ausbildung zum Logopäden - Anfang der sechziger Jahre - arbeitete er in freier Praxis zusammen mit seiner Frau Antonia (1930-1994), ebenfalls Logopädin, schwerpunktmäßig mit erwachsenen Menschen, die stottern. Er entwickelte neue Methoden, die zu einem praktisch orientierten wirksamen Konzept führten, die sog. Doetinchemer Methode. Durch die Begegnung mit der Individualpsychologie entwickelte sich die Methode zu der Individualpsychologischen Gruppentherapie für stotternde Erwachsene. Die Logopädin Maria Waas führt das Konzept heute im Schoenaker-Institut im Raum München weiter.

Auf der Suche nach wirksamen Methoden führte ihn der Weg nach Deutschland, wo er durch Erik Blumenthal 1969 Dr. med. Rudolf Dreikurs, Schüler Alfred Adlers, begegnete und einige Jahre von ihm lernte. 1973 gründete und eröffnete Schoenaker das Rudolf-Dreikurs-Institut für soziale Gleichwertigkeit, zu Ehren von Rudolf Dreikurs, seinem Lehrer. Später wurde es in Adler-Dreikurs-Institut umbenannt. Es wird seit 2005 von seiner Nachfolgerin Regula Hagenhoff geleitet.
Mit Vorträgen und populärwissenschaftlichen und fachlichen Büchern setzt sich Theo Schoenaker für die Verbreitung der Individualpsychologie im deutschsprachigen Raum und in Holland ein.
Die von Rudolf Dreikurs entwickelten, wegweisenden Modelle für eine sich wandelnde gesellschaftliche Struktur hin zur Demokratie, führte Theo Schoenaker weiter, indem er den Gedanken und die Praxis der Ermutigung als Grundlage für wichtige gesellschaftliche und persönliche Entwicklungsprozesse sieht. Im Vordergrund seiner Arbeit steht wie bei Adler und Dreikurs die praktische Arbeit mit Menschen sowie das Bestreben, individualpsychologische Modelle und Methoden auch Menschen ohne fachliche Vorbildung verständlich und nutzbar zu machen.

Die Forschung und Arbeit im Bereich der Logopädie und Individualpsychologie ließ Schoenaker erkennen, dass sein Therapiekonzept für Menschen, die stottern, auf jede neurotische Störung anzuwenden ist, und einen großen Beitrag zur Prävention seelischer Störungen leisten kann. Nach Adler ist jede Störung als Kommunikationsstörung mit anderen Menschen, also ein Mangel an Gemeinschaftsgefühl, anzusehen. Aufgrund dieser Erkenntnis und aus jahrzehntelanger therapeutischer Arbeit mit der Methode der Selbsterziehung zu einem „ermutigenden Menschen“ entstand schließlich ein Kursprogramm für Menschen, die ihr Leben bewusster gestalten möchten, das sog. Encouraging-Training. 1990 war das Konzept für eine Ausbildung zum/zur Encouraging-Trainer/in fertig. Im Rudolf-Dreikurs-Institut wurden die ersten Encouraging -Trainer nach dem Schoenaker-Konzept ausgebildet.
Auf der Grundlage der drei sozialen Lebensaufgaben „Liebe, Arbeit und Gemeinschaft“ wurde das Encouraging-Training für verschiedene Zielgruppen, mit Schwerpunkten wie Partnerschaft, Arbeit und Beruf und Erziehung erweitert. Das Training verbreitete sich in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, Frankreich, Israel und den USA. Die Ausbildung wird heute am Adler-Dreikurs-Institut in Bad Gandersheim angeboten.
1996 begründete er zusammen mit Julitta Schoenaker, seiner Frau ein spezielles Konzept einer Ausbildung zum/zur Individualpsychologischen Berater/in, deren Hauptmerkmal das ermutigende Lernen ist. Schoenaker führte die Ausbildung fünf Jahre lang durch und übergab sie dann Peter Pollak, der sie heute in Oppenheim im Adler-Schoenaker-Institut - in erweiterter Form - erfolgreich weiterführt.

Mit dem Ziel, Individualpsychologie für Laien verständlich zu machen und zu verbreiten, hielt Theo Schoenaker themenbezogene Vorträge in ganz Deutschland, wovon zahlreiche aufgezeichnet und veröffentlicht wurden. Bis heute schreibt er populärwissenschaftliche Bücher, größtenteils im RDI-Verlag verlegt. Sein bekanntestes Buch ist „Mut tut gut“, das seit Dezember 2010 auch in englischer Sprache in Amerika mit dem Titel „Encouragement does good things happen“ vorliegt.