Theo Schoenaker „Mach‘s nicht so wichtig. Die großen Emotionen sind auf dem Weg zum Frieden nicht sehr hilfreich.“ Th. Schoenaker: Worauf wartest du? S. 59

Doetinchemer Methode

Ausgehend von der Frage, wie das Stottern behandelt werden kann, ohne dass es lediglich zu Symptom-Verschiebungen kommt, erfand das Logopäden-Ehepaar diese ganzheitliche Therapie.
Neu an dem entwickelten Konzept war, dass es nicht, wie bisher, nur auf Sprechübungen basierte, sondern den Mensch als Ganzes erfasste und ihn über verschiedene Ebenen zur Heilung oder Verbesserung des Zustandes führte. Entscheidend war das Zusammenführen verschiedener in der damaligen Zeit neuer, wirksamer Strömungen wie:
Alexander-Technik: Haltung und Koordination
Elsa Gindler: Entspannungs- und Bewegungstherapie
Karlfried Graf von Dürckheim: Hara-Methode
Gerhard Meijer und Walter Werner: Atem- und Stimmmethode
Helene Fernau-Horn: Logopädische Verhaltenstherapie
Dr. med. Helmuth Stolze: Konzentrative Bewegungstherapie
Alfred Adler, Rudolf Dreikurs: Individualpsychologie

Schoenaker ist der Ansicht, dass das Stottern eine grundlegende, auf andere Menschen im sozialen Umfeld bezogene Verhaltens- und Kommunikationsstörung ist.
Schoenakers Therapiekonzept:
  • sieht den Menschen als soziales Wesen, das mit mehr oder weniger Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Menschen ausgestattet ist (Ausprägung des Lebensstils);
  • spricht Körper und Geist an, sowohl mittels neuartiger Stimm- und Atemübungen, als auch durch „Körperarbeit“;
  • beinhaltet Meditation sowie mentale als auch praktische Arbeit am Lebensstil;
  • beinhaltet Selbsterfahrung in Gruppen und schult eine selbstverantwortliche Haltung;
  • sieht in der Ermutigung und im Zugehörigkeitsgefühl die Voraussetzung zur persönlichen Entwicklung und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit(Gemeinschaftsgefühl).